Notruf der Feuerwehr Feuerlöscher Gefahr beim Dauereinsatz des Fernsehers Was tun wenn das Auto brennt! Das Rauchverbot im Bett Kindliches Spiel mit dem Feuer Sicheres Grillen Sicheres Heizen Sicheres Tanken Sicherer Christbaum - alle Jahre wieder Handbuch für Rauchmelder Praxistest optische Rauchmelder Gase im Haushalt Seite 2 Brandschutzberatung 10 Tipps zum sicheren Umgang mit Feuerwerk Notruf der Feuerwehr   Notrufnummer 122 Öffentliche Telefone Von den meisten öffentlichen Telefonen kann der Notruf 122 kostenlos betätigt werden.        Handybesitzer Achtung! Ohne Vorwahl des jeweiligen Ortsnetzes landen Sie in jedem Fall bei der Berufsfeuerwehr Graz, also bitte unbedingt die Ortsangaben durchgeben!        Automatische Brandmeldeanlagen Zahlreiche Objekte werden mittels automatischer Brandmeldeanlagen überwacht. Diese sind direkt mit der Feuerwehr verbunden. Löst der Brandmelder aus, so wird automatisch die Feuerwehr alarmiert.        Richtiges Verhalten im Notfall                  o Ruhe bewahren           o Notruf 122 wählen           o Genaue Adresse angeben: Straße, Hausnummer, Stiege, Türnummer           o Zufahrtsmöglichkeiten oder eventuelle Zufahrtseinschränkungen durchgeben           o Notfall beschreiben (Personen-, Sachschäden)           o Fragen des Diensthabenden abwarten und beantworten           o Erst auflegen, wenn der Diensthabende alle Daten bestätigt hat Verlassen Sie den brennenden Raum!     Türen zumachen - aber nicht abschließen!     Verständigen Sie Ihre Zimmernachbarn und/oder andere Hausbewohner!     Versuchen Sie - wenn möglich - den Brand zu löschen. Setzten Sie sich aber keinen Gefahren aus.     Wenn Sie durch das Feuer gefährdet sind, verlassen Sie das Haus über die gekennzeichneten Fluchtwege. Benutzen Sie auf keinen Fall den Fahrstuhl! Er könnte stecken bleiben.   Warten Sie vor dem Haus auf die Feuerwehr! Diese benötigt Ihre Informationen für die Brandbekämpfung.  Feuerlöscher Vor dem Einsatz eines Feuerlöschers achten sie unbedingt auf die am Feuerlöscher angebrachte Bedienungsanleitung. Beim Löschen des Brandes beachten Sie bitte folgende Vorgehenshinweise: Feuer immer in Windrichtung angreifen Flächenbrände von vorne beginnend ablöschen Tropf- und Fließbrände von oben nach unten ablöschen Wenn mehrere Feuerlöscher vorhanden sind, diese gleichzeitig - nicht nacheinander - einsetzen Auf mögliche Wiederentzündung achten Gebrauchte Feuerlöscher nicht mehr aufhängen Brände in elektrischen Anlagen. Verwenden sie diesen nur zu Bränden der zugelassenen Brandklassen. BRANDKLASSE A Feste Stoffe wie z.B.: Holz, Papier, usw. BRANDKLASSE B Flüssig oder flüssig werdende Stoffe wie z.B.: Benzin, Styropor, PVC- Beläge, usw. BRANDKLASSE C Gasförmige Stoffe wie z.B.: Propan, Butan, usw. BRANDKLASSE D Brände von Metallen wie z.B.: Magnesium, Aluminium, usw. G P M K N S Gefahr beim Dauereinsatz des Fernsehers Kaum ein anderes elektrisches Gerät ist so oft im Dauereinsatz wie der Fernsehapparat. Beim stundenlangen Zuschauen denken die Wenigsten an die starke Erwärmung des Gerätes. Um eine Überhitzung und ihre Gefahren zu vermeiden, sollte das Gerät möglichst frei stehen, wobei mindestens 10 cm Abstand von einer Wand gehalten werden sollten, um die Betriebswärme abführen zu können. Ist das Gerät in eine Schrankwand integriert, so ist die Be- und Entlüftung um so wichtiger. Hier sollten auf jeden Fall die Lüftungsöffnungen frei sein, also nicht etwa durch Zierdeckchen, Zeitschriften, Strickkörbe o.ä. abgedeckt werden. Nach Ausschalten des Gerätes sollten nicht sofort die Türen geschlossen werden, sonst kann die vorhandene Restwärme nicht entweichen und heizt den gesamten Schrank auf. Schon mancher überhitzter Fernsehapparat hat zu Wohnungsbränden mit oft schlimmen Folgen geführt. Ist das Fernsehgerät eingeschaltet, sollte es nie unbeaufsichtigt bleiben. Bei längerer Abwesenheit empfehlen wir, das Gerät über den Hauptschalter auszuschalten, den Standby Modus so zu deaktivieren. Willkommener Nebeneffekt: Man spart dadurch auch noch Strom. Noch besser ist es jedoch in einem solchen Fall - aber auch bei der Gefahr eines Gewitters - sowohl den Antennen- als auch den Netzstecker herauszuziehen. Bei ungewöhnlichen Bildstörungen oder gar Brandgeruch sollte der Fernseher sofort abgeschaltet und der Stecker herausgezogen werden. Niemand wünscht es, dennoch kann es vorkommen: Der Fernseher brennt. In diesem Fall sofort das Gerät abschalten und den Netzstecker herausziehen. Dann die Feuerwehr über den Notruf: 122 alarmieren. Danach die Rückwand des Gerätes mit einer Wolldecke abdecken, um den Brand zu ersticken. Keinesfalls aber mit einer Kunstfaserdecke!  Bei allen Löschversuchen sollten die Personen nur seitlich des Gerätes stehen, da in solchen Fällen stets die Gefahr einer Implosion der Bildröhre besteht. Durch die dabei herausgeschleuderten Glassplitter kann es zu schwersten Verletzungen kommen.  Was tun wenn das Auto brennt! Stellen Sie ihr brennendes Auto nie zu nah an einem Gebäude ab! Retten sie ihren Wackel-Dackel und denken Sie daran, dass eine umhäkelte Klopapierrolle besonders gut brennt! Da die Fahrzeugpapiere auch brennen, ist es  ratsam diese mitzunehmen, falls diese überhaupt zur Hand sind. Verlassen Sie rechtzeitig das Fahrzeug, oder wollen Sie sich etwa wegen einem Wackel-Dackel und einer Klopapierrolle eine Rauchvergiftung holen! Anmerkung: Autos explodieren für gewöhnlich nur in Film und Fernsehen also retten Sie nach Möglichkeit alle Insassen aus dem brennenden Fahrzeug, denn die Chance einer Explosion steht bei 1:1.000.000, außer Sie drehen gerade den neuesten Actionfilm! Rauchverbot Rauchverbote bestimmen immer mehr den Alltag der Raucher. Das sinnvollste Rauchverbot sollte jedoch jedem Raucher von selbst einleuchten meinen die Experten der Feuerwehr: Das Rauchverbot im Bett Jährlich kommen Hunderte von Rauchern in ihren eigenen vier Wänden um, weil sie mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen sind. Jeder Raucher sollte in seinem eigenen Interesse auf dieses gefährliche "Vergnügen" verzichten. Schließlich gefährdet er mit diesem Verhalten auch seine Mitmenschen. Übrigens: Selbst wer bei so einer Raucherei glimpflich davongekommen ist, die Feuerversicherung braucht in diesen Fällen wegen grober Fahrlässigkeit nicht zu zahlen! Einige wenige weitere Grundregeln stellen sicher, daß einem das Rauchen nicht zum Verhängnis wird. So sollten vorhandene Aschenbecher auch benützt und dabei die Zigarette sorgfältig ausgedrückt werden. Keinesfalls gehört die Asche in den Mülleimer. Rauchverbote werden nicht als Schikane ausgesprochen, sondern dienen der Sicherheit aller. Sie bestehen etwa an Tankstellen, in Lagerräumen, Labors, Geschäfts- und Arbeitsstätten, Theatern und im Wald. Auch versteht es sich eigentlich von selbst, dass man nicht beim Umgang mit leicht entzündlichen Flüssigkeiten wie Benzin, Spiritus, reinem Alkohol oder Verdünnungen raucht. Sinnvoll ist es schließlich auch, nicht während des Autofahrens zu rauchen. Wer hierauf dennoch nicht verzichten will, sollte besonders vorsichtig sein. Eine nicht sorgfältig ausgedrückte, heruntergefallene oder achtlos beiseite geworfene Zigarette war schon oft die Ursache für einen Verkehrsunfall. Wer diese wenigen Regeln beachtet, kann sicher sein, dass er weder sich noch andere gefährden kann. Kindliches Spiel mit dem Feuer Der Umgang mit Feuer kann verheerende Folgen haben. Kinder kennen diese Gefahren nicht. Eltern versuchen sie zu schützen, indem sie den Umgang mit Feuer rigoros verbieten. Aber was verboten ist, wird erst recht mit kindlicher Neugier oder Trotz ausprobiert und kann dann um so gefährlich werden. So die Experten der Feuerwehr. Den verantwortungsvollen Umgang mit Feuer lernen die "Kleinen" am besten durch vorbildliches Verhalten der "Großen". Da die Eltern die Verantwortung für ihre Kinder tragen, liegt es an ihnen, ihren Sprösslingen unter Aufsicht den richtigen Umgang mit Streichhölzern, Kerzen und Feuerzeugen beizubringen. Nur so kann die notwendige Vorsicht gegenüber solchen gefährlichen Gegenständen oder Situationen rechtzeitig erlernt werden. Diese spielerisch erworbene Vorsicht ist die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen Brände jeder Art. Streichhölzer und Feuerzeuge sollten nie achtlos herumliegen, sondern so aufbewahrt sein, dass die Kleinen nicht drankommen. Auch sollte man Kinder nie zum Einkaufen von Zündhölzern schicken oder sie bei offenem Licht und Feuer unbeaufsichtigt lassen. So vermeiden Eltern, Großeltern oder Freunde die teilweise schlimmen Folgen, die das kindliche Spiel mit dem Feuer haben kann. Sicheres Grillen   Griller auf einer ebenen Fläche aufstellen, sodass er nicht umfallen kann. Nur Holz- oder Grillkohle verwenden. Zum Anzünden nur spezielle Grillanzünder verwenden. Diese erhält man z. B. in Super-, Baustoff- oder Drogeriemärkten. Niemals Brennspiritus oder Benzin als Brandbeschleuniger verwenden! Grillfeuer immer unter Aufsicht halten. Nach dem Grillen das Feuer ablöschen. Sicheres Heizen   Nur ein funktionierender Ofen, der richtig bedient wird, und ein gut gewarteter Rauchfang garantieren umweltschonendes und sicheres Heizen. Ein Ofen funktioniert nur dann richtig, wenn er an einen funktionstüchtigen Rauchfang angeschlossen ist. Vor Anschluss des Ofens gibt der Rauchfangkehrer darüber Auskunft. Nur mit Brennmaterialien heizen, für die der Ofen auch vorgesehen ist. Keine Abfälle verheizen! Den Ofen stets nach Bedienungsanleitung des Herstellers bedienen. Verschiedene Brennstoffe nicht mischen! Da jeder Brennstoff verschieden viel Luft benötigt, um abzubrennen, kann so starker Rauch entstehen. Daher bei festen Brennstoffen entweder nur Holz, nur Kohlen, nur Briketts oder nur Koks verwenden. Die Wohnung regelmäßig lüften, denn der Ofen benötigt Verbrennungsluft. Genügend Brennstoffe verwenden. Bei falschem Sparen zieht der Rauchfang nicht mehr und wird kaputt. Zu Beginn und am Ende einer Heizperiode Ofen nicht stark drosseln. Es könnten so lebensgefährliche Rauchgase eindringen. Heiße Asche nicht in den Mistkübel füllen. Regelmäßige Reinigung und Überprüfung des Rauchfangs bei der verpflichtenden Hauptkehrung sorgen für optimale Wärme und sicheres Heizen. Sicheres Tanken   Richtig Tanken endet, wenn die Zapfpistole automatisch abspringt! Fahrzeuge sollten nie "randvoll" getankt werden. Kraftstoff dehnt sich nämlich bei erhöhter Temperatur aus. Bei 50 Litern Kraftstoff und einem Temperaturunterschied von 40 Grad hat man plötzlich ganze zwei Liter mehr im Tank. Die Folge: Der Kraftstoff läuft aus. Das schädigt nicht nur die Umwelt, sondern auch die Geldbörse. Sicherer Christbaum   Den Christbaum erst kurz vor dem Weihnachtsfest kaufen. In einem Gefäß mit Wasser und, wenn möglich, im Freien lagern. Den Christbaum fest und sicher aufstellen, sodass er nicht umfallen kann. Ein Christbaumständer mit Wasser lässt den Baum langsamer dürr werden. Jedoch: Jeder Baum trocknet täglich mehr aus und damit steigt die Gefahr, dass er Feuer fängt. Den Standort so wählen, dass genügend Abstand rundherum ist - vor allem zu leicht brennbaren Materialien wie Vorhängen. Die Kerzen senkrecht und in geeignete Kerzenhalter stellen. Die Kerzen mindesten 20 Zentimeter vom nächsten Ast entfernt anbringen - nicht direkt unter einem anderen Ast. Lametta mindestens 20 cm von einer Kerze entfernt aufhängen. Auf Sternspritzer verzichten. Die Kerzen von oben nach unten und von hinten nach vorne anzünden, sonst besteht Gefahr, sich selbst anzuzünden. Für den Fall, dass etwas passiert einen Handfeuerlöscher oder einen Kübel mit Wasser griffbereit haben. Wenn es brennt: Fenster und Türen schließen. (Eine fünf Zentimeter dicke, massive Eichentüre hat eine Brandwiderstand von 0,5 Stunden.) Feuerwehr alarmieren: Notruf 122 HANDBUCH FÜR RAUCHMELDER Der elektronische Lebensretter LFR Dr. Otto Widetschek und Ing. Alfred Pölzl, Graz Dieses Handbuch soll allen am Thema Heimrauchmelder interessierten Personen eine Unterstützung bieten. Es ist nicht immer leicht, Menschen zu überzeugen. Besonders schwer wird es, wenn es um die eigene Sicherheit geht. Erschwerend kommt hinzu, dass Sicherheit in vielen Fällen nicht immer ganz billig ist. Was jedoch beim gegenständlichen Thema sicher nicht der Fall ist. Das heißt jedoch noch lange nicht, eine solche Information wäre leicht zu vermitteln. Genau das Gegenteil ist der Fall. Warum das so ist, wissen wahrscheinlich selbst Psychologen nicht. Spätestens nach dieser Erkenntnis müsste man aufgeben. Wie Sie aber unschwer erkennen können, geht es im Text weiter! Und zwar in einer solchen Form, dass erkennbar wird, wir werden nicht müde, diese Aufklärungsarbeit bis zum bitteren Ende fortzusetzen. Und zwar so lange, bis man es schon nicht mehr hören wird können. Das dürfte aber auch jener Zeitpunkt sein, da wir uns am Ziel dieser so wichtigen Aktion befinden werden. WARUM HÖRT NIEMAND ZU ? Im Gegensatz zu anderen Ländern ist die Verbreitung von Heimrauchmeldern in österreichischen Privathaushalten sehr gering. Dies liegt einerseits daran, dass es derzeit noch keine gesetzlichen Bestimmungen für den verpflichtenden Einbau der kleinen elektronischen Lebensretter gibt und andererseits ein Großteil der Bevölkerung über die tödlichen Gefahren des Brandrauchs nicht oder nur unzureichend informiert ist. GESETZLICHE SITUATION In Österreich gibt es derzeit keine gesetzliche Verpflichtung, Heimrauchmelder im Wohn- oder Bürobereich vorzusehen. In der vor kurzem verabschiedeten TRVB N 115 „Brandschutz in Wohnhäusern, Büro und Verwaltungsgebäuden, Teil 1 – Bauliche Maßnahmen“ ist zwar erstmals in einem brandschutztechnischen Regelwerk dieser Themenkreis behandelt worden, jedoch hat es nur zu einer Empfehlung des Einbaus von Heimbrandmeldern gereicht. Eine Maßnahme, welche vielfach nur als Alibihandlung angesehen und daher auch in der Feuerwehr-Fachzeitschrift BLAULICHT kritisiert wurde. Aus diesem Grund hat der Landesfeuerwehrverband Steiermark eine umfassende Initiative gestartet, welche in diesem sensiblen Bereich zu einem Umdenken führen soll. So wurde im Zuge der laufenden Novellierung des Feuerpolizeigesetzes 1985 der Antrag gestellt, den verpflichtenden Einbau von Heimrauchmeldern in diesem Gesetzeswerk zu verankern. Da vor allem auch die für das Feuerwehrwesen und den Brandschutz zuständige Referentin in der Steiermärkischen Landesregierung, Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic, und andere Persönlichkeiten der Politik, der Wirtschaft und des Versicherungswesens diese Initiative unterstützen, kann mit einer positiven Erledigung gerechnet werden. Dies würde einen Meilenstein auf den Sektor des allgemeinen Brandschutzes darstellen und könnte auch Vorbildfunktion für andere Bundesländer besitzen. IM AUSLAND Andere Länder, weniger Opfer! Hintergrund, z.B. in Großbritannien, ist eine gesetzliche Regelung, nach der ein Rauchmelder pro Etage angebracht werden muss: Nach einer umfassenden Aufklärungskampagne sind hier ca. 75 % der Haushalte mit Rauchmeldern ausgestattet, wodurch die Anzahl der Brandtoten (müsste richtig heißen: Rauchtoten) bis zu 40 % gesunken ist. Auch in den USA oder Schweden ist der überwiegende Anteil der Haushalte mit Rauchmeldern ausgerüstet, die auch hier für eine deutliche Verringerung der Brandtoten sorgen. Nicht nur eine Frage der Gesetze ... In Österreich sind Rauchmelder im Haushalt noch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Hier erwartet man, dass allein durch die Aufklärung bei der Bevölkerung das Bewusstsein für die Brandgefahr entwickelt und die Notwendigkeit des freiwilligen Einsatzes von Rauchmeldern erkannt wird. ... sondern auch der Einstellung: Dass in den USA oder Skandinavien Heimrauchmelder so akzeptiert und flächendeckend eingesetzt werden, liegt nicht nur an den gesetzlichen Regelungen oder am vermeintlich höheren Gefahrenpotential durch die Verbreitung von Holzhäusern, sondern vor allem auch an der guten Aufklärung und dem entsprechenden Bewusstsein bei der Bevölkerung. Allerdings: Eine gesetzliche Regelung gibt Klarheit über die Situation und kann nicht schaden. Und diejenigen, die sich so etwas nicht vorschreiben lassen wollen, diese und ähnliche Aussagen wurden schon gehört, können ja gleich in das nächste Fachgeschäft gehen und sich, bevor es zu einer gesetzlichen Regelung kommt, mit einigen Heimrauchmeldern eindecken. AUFKLÄRUNGSKAMPAGNE Ein weiteres Negativum: Die Gefahren durch den Brandrauch moderner Brände werden heute von der Zivilbevölkerung meist stark unterschätzt bzw. teilweise überhaupt nicht erkannt. Gerade auf diesem Gebiete hat sich jedoch durch neue Bau-, Werks- und Einrichtungsstoffe eine völlig neue Situation ergeben. Der Brandrauch ist heute aus mehreren Gründen viel gefährlicher als noch vor einigen Jahrzehnten. Wir haben daher über das Redaktionsteam unserer Feuerwehr-Fachzeitschrift BLAULICHT eine umfassende Informationskampagne eingeleitet und eine Arbeitsgemeinschaft der Landesfeuerwehrverbände Steiermark, Kärnten und Tirol gegründet. Unsere gemeinsame Verbandszeitschrift wird bis zum Florianitag 2002 am 5. Mai und darüber hinaus eine zentrale Rolle der Information und Schulung spielen. Unterstützt wird diese Kampagne auch von der „Aktion Sichere Steiermark“, der Landesinnung der Rauchfangkehrer und den Sachversicherern. Mit diesem kleinen Handbuch wollen wir Ihnen erstmals ausführliches Informationsmaterial in die Hand geben, wodurch in der Bevölkerung kompetente Aufklärungsarbeit über die lebensrettende Wirkung von Rauchmeldern geleistet werden kann. 80 PROZENT RAUCHTOTE Von Großfeuern und Brandkatastrophen ist oft die Rede, selten aber von Rauchkatastrophen. Die meisten Opfer bei einem Brand sterben nämlich nicht durch Flammeneinwirkung. Es ist der Rauch, durch den sie umkommen. Die neuen Baumaterialien machen ihn immer giftiger. Manche Toxikologen behaupten inzwischen, dass er so gefährlich wie ein Kampfgas für den Kriegseinsatz ist. Umfassende Statistiken zeigen, dass rund 80 Prozent der Brandtoten heute bereits Rauchopfer sind. Diese sind vor allem bei Klein- und Mittelbränden im Wohn- und Schlafbereich (Wohnung, Heim, Hotel etc.) zu beklagen. Die große Gefahr dabei: Während man dem sichtbaren und lokal begrenzten Feuer normalerweise leicht entrinnen kann, überfällt der Rauch seine Opfer blitzschnell und lässt ihnen keine Chance! Einige Atemzüge führen in der Regel bereits zur Bewusstlosigkeit und zum Erstickungs- bzw. Vergiftungstod. GEFÄHRLICHE „RAUCHBOMBEN“ Bei Bränden sind es also in erster Linie die Nebenprodukte des Feuers, die tödlich auf den Menschen wirken. Heiße Brandgase, Rauch und Qualm sind fast immer die Todesursache, bevor die Flammen überhaupt wirksam werden können. Durch die zunehmend größeren Qualmmengen, die vor allem bei Bränden von Schaumkunststoffen (z. B. in Polstermöbeln) entstehen können, wird auch das Panikverhalten von betroffenen Menschen sehr stark geprägt. Man bedenke, dass bereits 100 Gramm Polyurethanschaum (PU) über 250 m3 Rauch produzieren kann, wodurch eine rund 80 m2 große Wohnung total verqualmt wird. Eine zehn Kilogramm schwere Schaumgummimatratze aus einem Kinderbett verwandelt sich in 25.000 Kubikmeter Rauch. Dies entspricht dem Volumen von etwa 30 Einfamilienhäusern. Unter Einwirkung von Hitze verwandeln sich also selbst harmlos wirkende Gegenstände in gefährliche Rauchbomben. „GIFTCOCKTAIL“ Bei einem Zimmerbrand (der meistens vorliegt) werden Einrichtungsgegenstände und Ausstattungsstoffe thermisch zersetzt. Es handelt sich dabei um Holz, aber heute bereits in überwiegendem Maße um verschiedene Kunststoffe. Der Rauch hat bei modernen Bränden aufgerüstet und je nach chemischer Zusammensetzung können sich bei der Verbrennung die unterschiedlichsten Brandgase bilden. Inzwischen kennt man bereits bis zu 5.000 giftige Bestandteile. In erster Linie sind hier Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO2) sowie Blausäure (HCN), in speziellen Fällen jedoch auch Salzsäure (HCl), Ammoniak (NH3), Schwefeldioxid (SO2) und andere hochtoxische Substanzen, zu nennen. Durch das Zusammenwirken dieser Gifte kann es auch zu einer Art Syndromwirkung auf die im Brandobjekt befindlichen Menschen kommen. Schon wenige Lungenzüge führen bei einem derartigen „Giftcocktail“ zu schweren Vergiftungen und sogar zum Tod. GEFÄHRLICHE NÄCHTE! Des Nachts ist die Gefahr am größten – auch im Brandfall! Dies belegen die Statistiken ganz eindeutig: Obwohl nämlich nur etwa ein Drittel aller Brände des nachts ausbrechen, fallen rund drei Viertel der Verunglückten nächtlichen Bränden zum Opfer! Diese Zahlen sprechen für sich und sind ein deutlicher Ausdruck der weit verbreiteten Unterschätzung der Gefahren durch den Brandrauch. Es ist klar: Menschen, die sich in tiefem Schlaf befinden, können durch gefährliche Blut- und Nervengifte, wie das Kohlenmonoxid (CO) und Blausäure (HCN), welche auch nicht mit den Sinnesorganen wahrnehmbar sind, überrascht werden. Sie entschlummern – meist ohne das Bewusstsein zu erlangen – sanft ins Jenseits. DER FEUERTEUFEL IST ÜBERALL! Brandursachen sind heute äußerst komplex. Der Feuerteufel sitzt faktisch überall! Er muss nur geweckt, aktiviert werden, dann beginnt er sein zerstörerisches Werk. Es sind nicht nur die bekannten Fahrlässigkeiten wie die „letzte Zigarette im Bett“ oder die in ihrem Gefahrenbewusstsein noch sorglosen Kinder. Vom Hobbykeller bis in den Dachstuhl finden sich in jedem Haushalt unzählige potenzielle Brandquellen. Besonders häufig und auch gefährlich sind jedoch Schwelbrände. Hier bleibt der Feuerteufel bei seinem heimtückischen Werk lange Zeit unerkannt und produziert dabei hochgiftigen Brandrauch, der zur tödlichen Gefahr wird. BRANDURSACHEN STECKEN ÜBERALL ! Vom Keller bis in den Dachboden, Gefahrenquellen finden Sie überall. Die ebenso weit verbreitete Ansicht, wenn sich keine Feuerstätte im Objekt befindet, gibt es auch keine Möglichkeit für eine Brandentstehung. Schön, wenn es so wäre. Dieser Rahmen reicht hier nicht aus, um all die Kleinigkeiten aufzuzählen, die zur Katastrophe führen können. Denken Sie hier nur an einen Küchenbrand. Einen Herd unbeaufsichtigt zu lassen stellt für den Obersten Gerichtshof eine grobe Fahrlässigkeit dar. Genau an jenem Tag, an dem diese Zeilen verfasst wurden, gab es in der Oststeiermark einen Küchenbrand, der sich auf das gesamte Objekt ausgedehnt hat und einen Gesamtschaden von ca. € 80.000,– verursacht hat. Die Versicherung ist leistungsfrei. Zumindest für den verursachenden Ehepartner. Gibt es eine grundbücherliche Aufteilung, so wird zumindest jener Teil des nicht schuldigen Ehepartners ersetzt. Was bleibt, sind im günstigsten Fall ein Schaden von € 40.000,–. Ist der Verursachende alleiniger Eigentümer, bleibt ihm der gesamte Schaden von € 80.000,–. Wenn das nicht zum Nachdenken anregt ? LÖSCHGERÄT Dies ist faktisch der Grund schlechthin, warum nicht nur der Heimrauchmelder forciert werden soll, sondern auch automatische Löschgeräte für die Küche. Auch diese Geräte sind nicht besonders teuer und verhindern die vorhin geschilderten Katastrophen. Diese Löschgeräte funktionieren folgendermaßen: Ein Glaskolben mit 6 cm Durchmesser und 30 cm Länge wird mit einer Halterung über der Kochstelle montiert. Kommt es nun zu einem Brand, wird bei einer Temperatur von ca. 90 °C der Glaskolben zerstört und das Löschmittel tritt aus. Im Umkreis von ca. 1,2 m werden alle Flammen gelöscht. Durch das Herausschleudern des Löschmittels kann auch bereits eine in Brand geratene Dunstabzugshaube gelöscht werden. DAS SICHERE HEIM Unter diesem Begriff soll eine ganzheitliche Sicherheitsbetrachtung erfolgen. Gerade das Spezialwissen der Feuerwehren darf nicht brach liegen. Der Erfahrungsschatz der vielen Einsätze soll doch positiv verwertet werden. In Beratungsgesprächen können viele Fehler, die gar nicht als solche erkannt werden, bereits im Keim erstickt werden. All unsere Bemühungen müssen danach ausgerichtet werden, dem höchsten Gut, nämlich das Leben, bestmöglich und nach bestem Wissen und Gewissen zu schützen. Und diese Aufgabe kann man durchaus als Ehre, die insbesondere den Feuerwehren hier zukommt, verstanden wissen. Mit dem sicheren Heim ist untrennbar auch die Fluchtwegsituation verbunden. Kaum jemand macht sich Gedanken, wie und wo man sich im Brandfall in Sicherheit bringen kann. Hier sollte man sich unbedingt davon überzeugen, ob der vorgesehene Fluchtweg auch tatsächlich verwendet werden kann, bzw. welche Hilfsmittel unter Umständen nötig sind. In den USA wird den Schülern die Aufgabe gestellt, für die Wohnung oder das Haus Rettungswegpläne zu zeichnen. Damit wird erreicht, dass sich auch die Familie mit diesem Thema auseinandersetzt und letztendlich auch eine Rettungsübung in den eigenen vier Wänden abgehalten wird. Für den Ernstfall ist dieses Training wahrscheinlich lebensrettend. Planung des Fluchtweges Benutzen Sie die Testknöpfe an den Meldern, um alle Bewohner mit dem Alarmton vertraut zu machen und regelmäßig mit allen Betroffenen Brandschutzübungen durchzuführen. Legen Sie einen Grundriss an, auf dem für jeden Bewohner mindestens 2 Fluchtwege von jedem Raum aus eingezeichnet sind. Kinder neigen dazu, sich zu verstecken, wenn sie nicht wissen, was sie tun sollen. Zeigen Sie Ihren Kindern, wie sie entkommen können, wie Fenster geöffnet werden und wie sie aufgerollte Feuerleitern ohne Hilfe Erwachsener benützen können. Versichern Sie sich, dass die Kinder wissen, was in einem Notfall zu tun ist. Prüfen Sie, ob Rauch oder Hitze an Türen zu spüren ist. Heiße Türen nicht öffnen! Benutzen Sie einen anderen Fluchtweg. Schließen Sie Türen wieder hinter sich, wenn Sie das Haus verlassen. Falls der Qualm sehr dick und schwer ist, kriechen Sie und bleiben Sie in Bodennähe. Falls möglich, durch ein nasses Tuch atmen oder die Luft anhalten. Mehr Menschen sterben an Rauchgasvergiftung als an den eigentlichen Flammen. Das Gebäude so schnell wie möglich verlassen! Halten Sie sich nicht damit auf, irgendwelche Gegenstände mitzunehmen. Einigen Sie sich mit allen Bewohnern auf einen Treffpunkt im Freien. Überprüfen Sie, ob alle da sind. MONTAGE VON HEIMRAUCHMELDERN Um eine Früherkennung eines Brandes zu gewährleisten, ist es notwendig, dass die Heimrauchmelder auch fachgerecht montiert werden. Es muss durch die Montage sichergestellt werden, dass im Brandfall der Brandrauch auch tatsächlich den Melder erreicht. Brandrauch steigt grundsätzlich immer nach oben, sodass die Rauchmelder auf jeden Fall an der Decke montiert werden müssen. Um einen ganzen Raum überwachen zu können, wäre die Anordnung in der Mitte des Raumes ideal. Der seitliche Abstand zu Wänden darf 50 cm nicht unterschreiten und es sollen die Melder aber auch nicht weiter als 6 m von Wänden entfernt montiert werden. Die maximale Überwachungsfläche eines Rauchmelders beträgt ca. 60 bis 80 m2. Als Mindestschutz ist die Montage eines Brandmelders je Geschoss bzw. je Wohnung am Gang erforderlich. Da aber Türen geschlossen sein können, dadurch eine Rauchausbreitung behindert ist und eine Früherkennung eines Brandes in einem anderen nicht geschützten Raum nicht möglich ist, sollten die Rauchmelder auch in allen Wohn- und Schlafräumen montiert werden. Nicht sinnvoll ist die Montage von Rauchmeldern in Küchen oder Bädern, da es hier durch Wasserdampf und Küchendämpfe zu Täuschungsalarmen kommen könnte. Hier wäre alternativ ein Thermomelder sinnvoller. Bei einer Verknüpfung der Melder miteinander besteht die Möglichkeit, dass nicht nur der Rauchmelder im Brandraum, sondern auch die anderen gleichzeitig alarmieren und somit Personen in anderen Bereichen des Hauses alarmiert werden. Diese Verknüpfung kann entweder über Leitungen, aber auch über Funk erfolgen. Es besteht letztlich auch die Möglichkeit, den Brandalarm auf kleine Zentralen weiterzuleiten. Ein Anschluss an die öffentliche Brandmeldeanlage der Feuerwehr ist aber für Heimrauchmelder nicht vorgesehen. Hierzu müssten in Österreich zugelassene Brandmeldesysteme verwendet werden. EINFACHE BEFESTIGUNGSTECHNIK Um es den Nutzern möglichst einfach zu machen, werden Heimrauchmelder auch mit Klebetechnik angeboten. Dies bringt den Vorteil, dass ein oft mühsames Bohren an der Decke entfallen kann. Eine Einschränkung besteht nut bei sehr rauen Oberflächen. Eine Befestigung des Brandmelders mittels des Klebestreifens ohne die Halterung (direkt auf die Rückseite des Melders geklebt) zu benutzen erscheint als nicht sehr gut geeignet, da ein Abnehmen des Brandmelders, z.B. für einen Batteriewechsel, nicht ohne Zerstörung des Klebestreifens und gegebenenfalls auch des Deckenmaterials möglich ist. FEUERWEHRNOTRUF Auch wenn ein Brand unmittelbar entdeckt wird, sollte er zuerst der Feuerwehr gemeldet und dann gelöscht werden. Es gilt hier die alte Merkregel: „Alarmieren – Retten – Löschen!“. Die Feuerwehr rückt lieber einmal umsonst aus, als sie findet einen Großbrand vor, bei dem sich Dutzende Menschen in Lebensgefahr befinden. Viele Menschen glauben, dass sie den Einsatz zu bezahlen haben, wenn sie die Feuerwehr rufen. Wir dürfen Sie beruhigen: Wenn der Notruf nicht missbräuchlich erfolgt, ist kein Cent zu bezahlen. Mindestabstände beachten: < 1000 V (1KV) 1m > 1000 V (1KV) 5m